Freibad LIDO am Staffelsee - Freibad - Geschichte
Die Geschichte vom Freibad am StaffelseeZur Geschichte der Badeanlagen am StaffelseeIn der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte langsam das Interesse an Murnau als Fremdenverkehrsort ein. 1862/63 bezahlte der Markt das Aufstellen von Badehäuschen am Staffelsee. Die Bedeutung des Fremdenverkehrs als Wirtschaftsfaktor war schnell erkannt: "... denn nur dadurch, daß den Fremden der Aufenthalt dahier so angenehm als möglich gemacht wird, läßt sich (ersichtlicher Weise) Mehrung des Verkehres wahrnehmen, wodurch dem Markte bisher ungekannte Erwerbsquellen sich öffnen." Einen großen Aufschwung brachte der Anschluss Murnaus an das Eisenbahnnetz im Jahre 1879.
Großen Anteil an der Verschönerung des Ortes und damit an der steigenden Attraktivität für Gäste hatte der 1868 gegründete Verschönerungsverein. Zu seinen ersten Aktivitäten zählte die Anlage von Spazierwegen, das Pflanzen von Bäumen sowie die Errichtung und Betreuung einer Badeanstalt am Staffelsee. Zunächst wurde die vorhandene alte Badeanstalt erweitert. 1887 kaufte der Verschönerungsverein das sog. neue Bad. Für die Badesaison spielte die Witterung eine erhebliche Rolle. In der Zeitung von 1908 findet sich ein Hinweis auf die Vergabe einer Bademeisterstelle.
Die "Fremden-Listen“ des Staffelsee-Boten von 1908 bezeichneten Murnau als "Bade-, Höhen- und Luftkurort". Den Badeanstalten kam große Bedeutung zu, da sich der Fremdenverkehr bis zum Ersten Weltkrieg auf die Sommermonate konzentrierte. Saison war von Mai bis September. Um 1911/12 betrug die jährliche Durchschnittsfrequenz der beiden Badeanstalten des Verschönerungsvereins 30000 Bäder. Männlein und Weiblein badeten streng getrennt.
Als weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und Unterhaltung für Fremde wurden um 1911/12 angepriesen: Kahnfahrten, Fischen, Spiel und körperliche Kräftigung in der Turnhalle, Aufführungen des Bauerntheaters in der Turnhalle, Pflege von Volksgesang und Schuhplattltanz mit öffentlichen Auftritten, zahlreiche Konzerte und Unterhaltungen, vier Keller (Griesbräu-, Pantl-, Post- und Zacherlkeller) mit schöner Aussicht; Promenade-Konzerte an Sonn- und Feiertagen während der Hauptsaison; ausgedehnte Wandermöglichkeiten.
Die Badekabinen mußten im Herbst ab- und im Frühjahr wieder aufgebaut werden. “Die Jahre 1918 und 1919 brachten so hohe Arbeitslöhne und so geringe Einnahmen, daß an ein Abbrechen der übrigens schon ziemlich alten und gebrechlichen Anstalt nicht mehr gedacht werden konnte. Den Winter 1918 überstand die Anstalt, aber der Eisgang 1919 brachte ihr das Ende.“ (Murnau am Staffelsee, Bayer. Hochland, um 1925/26) 1920 kam es dann zur Errichtung des neuen Strandbades nach Plänen des Architekten Josef Riedl. Der Führer "Murnau am Staffelsee, Bayer. Hochland“, erschienen um 1925/26, lobte in den höchsten Tönen: "Das Strandbad Staffelsee ist eine Neuanlage, die in ihrer Art nicht leicht an einem oberbayerischen Gebirgssee zu finden ist. Es ist, den örtlichen Anschauungen entsprechend, die sich mit einem ganz freien Strandbad nicht vereinbaren ließen, getrennt in eine Damen- und Herren-Abteilung und in gesonderten Kinderbädern. Sonnenbäder-Möglichkeit auf dem Strand und den breiten Lauf- und Gehstegen. Für Freischwimmer und Schwimmerinnen sind in jeder Abteilung Sprungbretter angebracht.“ Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den ersten schlimmen Nachkriegsjahren galt es, den Fremdenverkehr langsam anzukurbeln. Das Strandbad befand sich in einem jämmerlichen Zustand, da das Gebäude zur Brennholzversorgung genutzt worden war. Das Pächterehepaar Scherer machte das Bad unter schwierigsten Bedingungen benutzbar. Die Wiedereröffnung erfolgte am 13.6.1948. Die Aufgabenverteilung zwischen Verkehrsamt und Kur- und Verkehrsverein endete 1965. Alle Zuständigkeiten, einschließlich der Verwaltung des Strandbades, gingen auf die Gemeinde über. Zu den Maßnahmen Ende der 1990er Jahre zählte die strukturelle Verbesserung des Strandbades durch Aufstellung eines Sprungturms und Anschaffung von Spielgerät.
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Es wird Dich nie und nimmermehr gereuen"Der Sommerfrischler von heutzutage ist meist ein gar anspruchsvolles Wesen."
"Er wünscht mit dem Sommeraufenthalt neben der Erholung verbunden eine schöne Reise, am Platze eine schöne billige Wohnung, gute Verpflegung, angenehme Unterhaltung, ozonreiche Luft, schattige Spazierwege, herrliche Umgebung, heilkräftige Bäder; Kneipps Jünger wünschen auch große Grasflächen; Sportsmänner verlangen Gelegenheit zum Scheibenschießen und Fischen, Rudern, Schwimmen, Turnen, Velozipedfahren und Bergsteigen etc. etc. All' dies bietet in recht reichem Maße Murnau am Staffelsee. Also auf und wage es wenigstens einmal mit einem Versuche! Es wird Dich nie und nimmermehr gereuen.“ Der "LIDO-Roman"Das Staffelsee-Freibad – jetzt auch literarisch in Szene gesetzt - mehr ... CD-Tipp"ach heinz"
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